Landwirtschaft
Abnehmende Bodenfruchtbarkeit
Die sehr hügelige Region rund um Mdabulu ist dicht bevölkert. Dadurch ist ein enormer Druck auf das bebaubare Land entstanden. Das traditionelle Anbausystem, der Wander-feldbau, kann nicht mehr gut funktionieren, da die langen Brachezeiten, die zur Erholung des Bodens notwendig sind, nicht mehr eingehalten werden können. Neben der abnehmenden Bodenfruchtbarkeit ist, bedingt durch die gebirgige Lage, die Bodenerosion ein großes Problem.
Standortgerechte Anbausysteme
Um diesen Problemen entgegenzuwirken ist die Entwicklung und Verbreitung von neuen Anbausystemen, die eine nachhaltige Selbstversorgung garantieren, erforderlich.
Die wichtigste Maßnahme zur Verringerung der Bodenerosion ist die Errichtung von so-genannten Konturdämmen entlang der Höhenschichtenlinien. Diese Dämme werden mit mehrjährigen Pflanzen stabilisiert. Zwischen den Konturdämmen werden saisonale Früchte, wie Mais, Bohnen, Hirse, Weizen und Sonnenblumen angebaut. Dabei ist die Einhaltung einer Fruchtfolge und auch der Anbau von Gründüngungspflanzen besonders wichtig, da die Düngung mit Mist und auch die Bereitung von Kompost in den meisten Gebieten Afrikas keine Tradition hat.
Terrassen entstehen
Werden die Konturdämme sorgfältig angelegt und der Boden zwischen den Dämmen bearbeitet, entsteht schon innerhalb einer kurzen Zeit aus steilen erosionsgefährdeten Hängen eine weitgehend stabile Terrassenlandschaft.
Seminar für Farmer
Das Landwirtschaftsprojekt in Mdabulu bietet Möglichkeiten an, dieses neue Anbausystem zu erlernen. In 3-tägigen Seminaren lernen die Kursteilnehmer einige theoretische Grundlagen über den Boden, Bodenbildung, Bodenfruchtbarkeit, Bodenerosion, Fruchtwechsel, Mischkulturen usw.
Am wichtigsten ist aber der Arbeitsteil, in dem vor allem das Ausmessen von Konturen und die praktischen Schritte zur Umstellung der traditionellen Felder auf das neue Anbausystem geübt werden.
Inzwischen wurden in 8 Seminaren über 500 BäuerInnen und Jugendliche ausgebildet, die zum größten Teil auf ihren eigenen Feldern dieses neue Anbausystem übernommen haben.
Wettbewerb fördert Motivation
Allerdings sind bei der Einführung von nachhaltigen Anbaumethoden, die auf eine langfristige Stabilisierung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit abzielen, schnell
sichtbare Erfolge meist nicht zu erreichen. Sehr motivationsfördernd wirkt ein Wettbewerb, die „Best Farm Competition“. Die besten Farmen werden jährlich ausgezeichnet.
In diesem Jahr haben sich 400 BäuerInnen zu diesem Wettbewerb angemeldet, an 200 wurden Preise im Rahmen eines Dorffestes übergeben.

